• Karla

holding space - Ein Teil des Berufs Yogalehrerin

Aktualisiert: 16. Sept.

Weißt Du, was es bedeutet einen Raum zu halten? Einen sicheren Platz zu kreieren und zu tragen? Dies passiert in vielen Ritualen und Zeremonien. Es kann aber auch in einer ganz "einfachen" Yogastunde passieren.


Recap zum Anfang des Sommers 2022:

Diesen Sommer 2022 hat es sich ergeben, dass ich auf gleich 3 (Yoga) Festivals war.

Vielleicht hatte ich auch einfach meinen Kalender nicht unter Kontrolle ...😉


Aber tatsächlich war ich privat erst auf dem Pura Vida Festival für 5 Tage und danach direkt das Wochenende ging es los zum Yoga United Wochenende 1, dieses mal allerdings mit und für die Arbeit mit Element Yoga.

Wochenende 2 Yoga United folgte auch daraufhin direkt, dieses mal mit dem ganzen Element Yoga Team und vielen aus der Community von Element Yoga.

Diese Festivals klingen noch nach in mir - und damit auch eine tiefe Verbundenheit. Ich war mit Herzmenschen dort und wir hatten eine kleine Element Yoga Community. Was hab ich das geliebt! Der Zusammenhalt, das gemeinsame Kochen, Schnacken, Lachen, Konzerte genießen und Schabernack im Sonnenuntergang treiben.



„Raum halten“ ist im Yoga eine besondere Bezeichnung für den Yoga-Unterricht bzw. die Atmosphäre in der Yogastunde. Für mich ist es etwas Spirituelles. Und vor allem: Eine ganz neue Erfahrung, seitdem ich unterrichtete. Es ist manchmal gar nicht so leicht in Worte zu fassen, was man als Unterrichtende dabei „macht“. Ich habe aber eine schöne englische Beschreibung gefunden, die in meinen Augen sehr gut passt:


Wenn du für jemanden Raum hältst, gibst Du ihnen die Chance, sich sicher und unterstützt zu fühlen, genau das zu sein, was sie sind und wer sie sind, und zuzulassen, was auch immer kommt, einfach geschehen zu lassen. Du schützt ihre Möglichkeit einfach zu sein und zu erfahren, ohne sie zu beurteilen oder zu versuchen, diese Realität in irgendeiner Weise zu verändern. Raum für jemanden zu halten, bedeutet nicht, ihn zu ändern oder zu verbessern. In vielerlei Hinsicht ist es das Gegenteil. Es schafft aktiv einen sicheren Ort, um das zu sein, was sie bereits sind, und um zu erfahren, was auch immer in diesem Moment auftaucht. Du erkennst an, dass sich ihre Existenz von Moment zu Moment ändern wird, und gibst ihnen den Raum, einfach durch diese Veränderungen bewusst zu bleiben. (Von yogapedia.de) Es ist genau das. Und es ist magisch und wunderschön.



Auf dem Yoga United war ich als "Arbeit" dort und nicht privat. Für mich hieß es: Während den Stunden schauen, dass es allen gut geht. Hilfestellungen geben, Variationen und Modifikationen anbieten, wo es gewollt war. Und auch HandsOn geben.

Was ich hier betonen möchte: Es sollte es eher um eine sanfte Berührung gehen, die verständlich macht, in welche Richtung sich die Bewegung oder Haltung entwickeln sollte, damit sie wirklich verkörpert wird – und zwar selbstständig! Niemals zwänge oder drücke ich Jemanden tiefer in eine Position. Aber das ist vielleicht einen anderen Artikel wert. Denn: Manuelle Hilfestellungen und Korrekturen stehen zunehmend auf dem Prüfstand. Und das ist gut so, denn wir sollten uns bewusst machen: Was ist überhaupt sinnvoll? Was ist gefahrlos möglich? Und welche Dynamik entfalten dabei (auch mal abgesehen von #metoo) die subtilen Machtverhältnisse im Lehrer:innen-Schüler:innen-Verhältnis? Wenn das Unterrichtsziel die Hinführung zum eigenen Spüren und Üben ist, dann erreicht man mit allzu vielen Assists unter Umständen sogar das genaue Gegenteil.


Davon abgesehen ist es das schönste, in die glücklichen Gesichter zu schauen oder wenn nach den Stunden Menschen auf mich zugekommen sind, um noch etwas zu erfragen oder sich zu bedanken.


holding space kann in kleinen, sicheren Räumen stattfinden. Oder auch während Yogastunden, teilweise sogar, wenn jmd ganz anderes unterrichtet. Es ist die Art, wie Du vorurteilsfrei Menschen gegenübertreten kannst und willst. Es ist die Art, wie Du zuhörst. Es ist Deine Körpersprache. In all dem kannst Du Deinem Gegenüber Sicherheit und Vertrauen vermitteln.


Was bedeutet Raum halten? Vielleicht es einfach nur mit jemandem präsent zu sein, ohne zu urteilen. Es bedeutet, dass Du zuhörst und mit dem Herzen dabei bist, ohne etwas dafür zu wollen. Es geht darum, Empathie und Mitgefühl zu üben. Du akzeptierst die Wahrheiten von jemandem, egal was sie sein mögen, und stellst deine Bedürfnisse und Meinungen beiseite und erlaubst jemandem einfach zu sein. Es mag einfach erscheinen, Raum zu halten, aber manchmal können unsere eigenen Meinungen und Egos im Weg stehen, was es etwas schwieriger macht, es in die Praxis umzusetzen.

Kennst Du diese Momente, bist Du schon in die Erfahrung gekommen? Durftest Du schon einmal Raum halten oder wurdest gehalten in all Deinem Sein?


Wenn Du in so einen Kreis kommen möchtest, melde dich gern bei mir. Ab September 2022 werde ich monatliche Sharing Circles anbieten, sowohl in Berlin als auch in einem Onlineformat.


Alle Bilder sind von der wunderbaren Hannah Hess auf dem Yoga United Festival entstanden





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