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  • AutorenbildKarla

#Reiserei in die Bretagne - Teil 1

Aktualisiert: 3. Okt. 2023




Autobahn-Kleeblatt, Atlantik, eine Kamera bei Flut am Strand, jeden Tag ein Picknick, eine Burg im Meer, das Ende der Welt


Der Juni war geprägt von unserem Bretagne-Ausflug.

Wir sind über Belgien und dann 10 Tage nach und durch Frankreich.

Eigentlich war ein kurzer Text zu Frankreich geplant. Nun ist er so lang, dass es ein Beitrag geworden ist und nur kurz Erwähnung im LifeUpdate (hier kannst Du dich dafür anmelden) findet.



Übrigens habe ich hier mal mit Galerien meiner Fotos begonnen der letzten Reisen. Ich freue mich, wenn Du in Mexiko oder Mallorca vorbeischaust :-)


Wie auch letztes Jahr sind wir mit dem Auto in den Urlaub. Dieses mal in die Bretagne, das hatte sich der Mann in den Kopf gesetzt. Ich war als Kind/Teen schonmal da, kann mich aber nur sehr bruchhaft erinnern an viele weite Strände durch starke Ebbe & Flut.



Rückblickend würden wir diese lange Tour nicht noch einmal machen, wenn wir nur 10 Tage Urlaub machen. Es schlaucht doch ganz schön. Sonst sehe ich gern den Weg auch schon als Urlaub an, irgendwie bin ich dieses mal aber kaum angekommen, dann ging es schon weiter.

Wir hatten zu Beginn und Ende eine kurze Übernachtung im Hotel und Ansonsten zwei Ferienhäuser in unterschiedlichen Orten gebucht.

Aber zurück zum Beginn:


Ich durfte am Samstag und Sonntag noch eine Ausbildung geben und sprang etwas zwischen den Stühlen hin und her.

Ein privater Notfall kam dann am Sonntag Abend noch hinzu, der mich doch ganz schön aus der Bahn brachte.

Also Sonntag Nacht noch packen, Rest am Montag früh - unglaublich dankbar für das Engagement vom Mann, Sonntag für mich spontan nach A und B zu fahren, um dann Montag alles vorzubereiten und einzupacken für die Reise.

Wie auch letztes Jahr: Das Auto war gerappelt voll. Dieses mal habe ich nur die Ausrede, dass ich wirklich keine Zeit hatte sinnvoll zu packen, sondern eher fix irgendwie alles zusammengeschmissen habe.

Nun denn: Los gehts! Erst über Belgien und dann nach Frankreich rein.

Nach 10 Stunden haben wir eine Nacht im Hotel in Cambrai verbracht, um eine kurze Pause zu haben. Nicht sonderlich schön, eher praktisch - aber man konnte sich einmal die Beine vertreten, Abendsonne schnuppert und Rosen in den Vorgärten bewundern.

Morgens ein kurzes Frühstück und es ging weiter.



Schon zu Beginn wollte ich gern einen Zwischenstopp einlegen. Also ging es für uns in der Normandie einmal ans Meer und die Steilküste. Ich habs geliebt, so imposant! Wir waren in dem Städtchen Ètretat und sind nach der langen Fahrt einmal links den Berg hochgestiefelt, die ganze Promenade lang und den Berg rechts einmal komplett hochgestiefelt zur Kapelle Notre-Dame-de-la-Garde. Die Kreidefelsen sind wirklich beeindruckend. Es gibt dort auch einen Fernradweg, das wäre doch mal was für Fritzi und mich!



Danach hatte ich mir in den Kopf gesetzt, dass es Galettes für uns geben muss, das letzte mal hatte ich die vor Jaaaaahren in Paris mit meinem besten Freund gegessen.

Galettes sind hauchdünne Pfannkuchen (Ja, für einige Eierkuchen oder auch Berliner ;) mit einer Mutter aus dem Rheinland sind es bei mir immer Pfannkuchen) aus Buchweizenmehl und der Teig wird lange fermentiert, bevor er verarbeitet wird.

Klassisch ist dann mit Käse / Schinken / Ei - aber es gibt natürlich diverse Varianten, einige auch vegetarisch.

Danach eine kurze Bummelei durch den Ort und einige der Eso-Shops. Ich wünsche mir schon lange eine solche Blume, diese durften nun als Mitbringsel und Erinnerung mit.



Und dann ging es weiter zum ersten Ferienhäuschen in Ploulec’h

Wir wollten gern irgendwas mit Garten, da uns das im Alltag nicht gegönnt ist.

Durch das Auto sind wir ja inzwischen flexibel und können dann von diesem Fixpunkt aus Ausflüge planen in der Gegend



Die Bretagne ist die größte Halbinsel Frankreichs mit kleinen Inseln, viel Watt, Wald und breiten Küstenstreifen, umgeben vom Atlantik. Wir hatten vorher leider kaum Zeit, uns große Pläne zu schmieden.

Aber: Es gibt - auch für die lange Fahrt wirklich super - Krimi-Romane, die in der Bretagne spielen und dort bestimmte Bereiche / Städte oder Landschaften beschreiben und zeitgleich ganz nett die Kultur der Region beschreiben.

Eine der ersten Lektionen, die Nolwenn Dupin beigebracht hatte, lautete: Die Bretagne gibt es nicht! Es gibt viele Bretagnen.“ So divers waren die bretonischen Landschaften, so groß die Unterschiede, Kontraste, Eigenheiten, die Widersprüche. Und es stimmte, hatte Dupin gelernt. In diesem Satz lag vielleicht überhaupt das letzte und größte Geheimnis der Bretagne.

(J.L. Bannalec (2014): Bretonisches Gold, S. 42, 1. Auflage, Verlag Kiepenheuer & Witsch)



So hörten wir auf vielen Strecken die Geschichten von Jean-Luc Bannalec und Kommissar Dupin. Diese Beschreibungen waren so toll, dass wir tatsächlich mind. 3 der Orte aus den Hörbüchern besucht haben und wirklich begeistert waren. Kann ich sehr empfehlen, auch um Eigenheiten, kulturelle Prägungen und Vorlieben mitzubekommen.


Pont Aven war einer dieser Orte. Unaufdringlich, hübsch - für mich typisch französisch: Einfach alles ist schön. Malerisch. Schon im Auto auf der Tour durch viele Orte meinte ich immer wieder „ist das schöööön“.

Die Sonne knallte an dem Tag so stark, dass ich schnellstens in den Wald wollte. Und ich liebe die Namen der Bretagne: Dies war zum Beispiel der Wald der Liebe - BOIS D’AMOUR PONT-AVEN

Gleichermaßen gibt es den Wald der Säufzer oder den Wald der Sehnsucht.

Aber nun: Spaziergang durch das Unterholz des Liebeswaldes von Pont-Aven, entlang eines Flusslaufes.



Ich hatte fälschlicherweise verstanden, dass wir bis zum Meer laufen. Das wären etwas mehr als die 4 Stunden gewesen…

Also eine kurze Erfrischung und was Kleines zum Essen im Ort und nochmal auf zum Meer - die Bucht von Névez. Abkühlung im Meer, bis die Flut kam und wir uns auf den Weg zurück machten.



Auf der Rückfahrt zum Häuschen konnte ich nicht wiederstehen, im Abendlicht nochmal in Plestin-les-Grèves zu halten. Ein bisschen den blubbernden Sand beobachten, Muscheln sammeln, Am Strand entlang spazieren, umherliegendes Lagurus Gras mitnehmen. Und: Ich habe noch nie eine Palme blühend gesehen



Am Morgen ein bisschen im Garten wuseln, Blümchen schauen, mit nackten Füßen durchs Gras wandern - und Frühstücken im Garten.

Jeden Tag neue Frisuren probieren, dass der Wind nicht sofort alles zerfetzt und die Haare Abends nur noch ein Wust sind - und auf gehts nach Lannion.




Lannion: Eine Empfehlung von unserer Besitzerin des Hauses. Einmal über den kleinen Berg und schon sollten wir da sein. Man konnte wunderbar oben die Steine erklimmen, durch das Dickicht wandern - immer mit Blick runter in die kleine Bucht. Und auch in dem kleinen Örtchen Ploulec`h - Run ar Moulec: Die alten Steine, viele Pflanzen, Blumen überall - es ist einfach schön.



Mich zog es dann doch auch runter zum Wasser, gerade war Ebbe und man konnte recht weit laufen. Ein bisschen wateten wir durchs Wasser, die kleinen Pfützen und stiegen dann wieder hoch, um in den Wald zu kommen. Dann langsam wieder durch das Örtchen, noch ein Stück Wald mit Blick zum Wasser in Lannion und zurück zum Parkplatz. Ich entdeckte noch rosa Mohn und war begeistert. Ich kann mich nicht erinnern, diese schonmal gesehen zu haben. So schön!



15.000 Schritte später dann einfach nur noch die Beine hochlegen, Duschen und ins Bett fallen.


Langsam kommen wir an und lassen uns mit Entspannung und Neugier auf immer neue Orte durch den Tag treiben.


Am nächsten Tag geht es auf nach Le Mont-Saint-Michel durch den Nieselregen. Wir haben uns auf dem Weg gen Burg in Pontorson umgeschaut, ein kleines Picknick gemacht und London hallo gesagt.


Schon in auf dem Weg zu diesem Weltkulturerbe kann man gut erahnen, was das Ziel ist. Ob ich mich jemals vor der Kamera normal verhalten kann?


Man wandert zweieinhalb Kilometer durch die Bucht (bzw. inzwischen auf einem sehr gut ausgebauten „Steg“), bis man an der Klosterburg angekommen ist. Es ist übrigens die Bucht mit den stärksten Gezeiten Europas. Das heißt nur mehrmals im Jahr wird es zur Insel. Und pssst - wir sind auch wieder in der Normandie gelandet.

Es ist wirklich beeindruckend und kaum vorstellbar, wie so etwas aus menschenhand erbaut wurde. Kleine, verwinkelte Gässchen, alte Kneipen, auch ein Friedhof… - allerdings auch natürlich alles auf Tourismus abgelegt. So wandern wir einmal hoch und versuchen - an der Außenseite - möglichst vielen Menschen aus dem Weg zu gehen. Es reichte uns auch schon nach kurzer Zeit, recht viel war eingenommen für und vom Tourismus.

Hast Du schonmal ein Möwen-Baby gesehen? Das hat mich doch sehr erfreut auf unserem Rückweg



Wir verabschieden uns vom Häuschen mit Garten, denn wir wollen mehr Ecken der Bretagne entdecken.

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